21. Februar 2013, 20 Uhr - Konzerthaus Berlin

Marina Tenório, Tanz
Atrium Ensemble
ensemble unitedberlin
Vladimir Jurowski, Leitung

smm_trapeze
Szene aus Trapèz

Der Schöpfer der wohl bekanntesten und schönsten Ballettmusiken des 20. Jahrhunderts - genannt seien nur Romeo und Julia und Cinderella - hat hier ein Meisterwerk der Gattung vorgelegt, das seine späteren Erfolge in diesem Genre bereits ankündigt. Die Musik entstand 1924 als Auftrag des „Romantischen Balletts“ von Boris Romanov, eines seit 1921 in Berlin lebenden russischen Choreographen: Für eine Tournee durch deutsche und italienische Städte wurde ein Stück gesucht, das eine Zirkusgeschichte zur Grundlage haben und sich an die kleine instrumentale Besetzung des „Tourneeorchesters“ halten sollte - Oboe, Klarinette, Violine, Viola und Kontrabass. Durch verschiedene Umstände wie mangelnde Finanzen, Intrigen der Prima-Ballerina etc. kam es nicht zur geplanten Tournee 1924, sondern erst im folgendem Jahr. Da aber Prokofiev das für diesen Anlass geschriebene Werk nicht unbedingt an das Schicksal der ungesicherten Aufführung durch die Kompagnie knüpfen wollte, entschloss er sich in der Zwischenzeit zu einer konzertanten Fassung des Werks für eine anstehende Aufführung in Moskau. Diese Version hat als Quintett op. 39 bis heute überlebt; sie umfasst die Sätze 3-8 der vollständigen Ballettmusik Trapèze. Und genau die beiden im Ballett vorangestellten Teile waren seit den Aufführungen 1925 verschollen. Die Premiere des Werks fand am 6. November 1925 im Landestheater Gotha statt, Kritiker berichten in den Ausgaben des „Gothaischen Tageblatt“ vom 7. und 9. November von diesen Aufführungen.